Je mehr Grenzen fallen, umso größer wird das akademische Interesse - nicht nur der historischen Wissenschaften - an Grenzen aller Art; unter Grenzen sind hier nicht nur jene zwischen Territorien, sondern auch solche zwischen Sprachen, Konfessionen, Geschlechtern, politischen und wirtschaftlichen Systemen zu verstehen. Diesem scheinbar paradoxen Phänomen trägt auch der vorliegende Band 67 der RHM mit dem Titel "Crossing the Border. Illicit crossings, controls, strategies (16th-19th centuries)" R…
Je mehr Grenzen fallen, umso größer wird das akademische Interesse - nicht nur der historischen Wissenschaften - an Grenzen aller Art; unter Grenzen sind hier nicht nur jene zwischen Territorien, sondern auch solche zwischen Sprachen, Konfessionen, Geschlechtern, politischen und wirtschaftlichen Systemen zu verstehen. Diesem scheinbar paradoxen Phänomen trägt auch der vorliegende Band 67 der RHM mit dem Titel "Crossing the Border. Illicit crossings, controls, strategies (16th-19th centuries)" Rechnung. Er konzentriert sich auf territoriale Grenzen, die als hauptsächlich politische Konstruktionen verstanden werden, sowie deren illegale Überschreitung, wobei der aus Sicht der Herausgeber problematische Begriff der Illegalität kritisch hinterfragt wird.
Insgesamt dreizehn Fallstudien kreisen um diese Themen, sie behandeln verschiedene europäische Regionen von der Frühen Neuzeit bis ins beginnende 20. Jahrhundert. In den einzelnen Beiträgen geht es einerseits um eine bestimmte Gruppe von Menschen, die häufig Grenzen überschritten, andererseits um Sachgüter, Tiere oder epidemische Krankheiten.
Die Überwachung der Grenzen befand sich stets im Spannungsfeld zwischen theoretisch umfassenden legislativen Bestimmungen und praktischen Beschränkungen bei deren Umsetzung. Personen, welche Grenzen verletzten, andere, deren Aufgabe die Kontrolle der Grenzen war, und wieder andere, die in der einen oder anderen Richtung kollaborierten, sind - in oft krassem Gegensatz zu den Intentionen der Gesetzgebung - nicht immer klar voneinander zu trennen, wie die Herausgeberinnen Francesca Brunet und Siglinde Clementi pointiert festhalten.
Je mehr Grenzen fallen, umso größer wird das akademische Interesse - nicht nur der historischen Wissenschaften - an Grenzen aller Art; unter Grenzen sind hier nicht nur jene zwischen Territorien, sondern auch solche zwischen Sprachen, Konfessionen, Geschlechtern, politischen und wirtschaftlichen Systemen zu verstehen. Diesem scheinbar paradoxen Phänomen trägt auch der vorliegende Band 67 der RHM mit dem Titel "Crossing the Border. Illicit crossings, controls, strategies (16th-19th centuries)" Rechnung. Er konzentriert sich auf territoriale Grenzen, die als hauptsächlich politische Konstruktionen verstanden werden, sowie deren illegale Überschreitung, wobei der aus Sicht der Herausgeber problematische Begriff der Illegalität kritisch hinterfragt wird.
Insgesamt dreizehn Fallstudien kreisen um diese Themen, sie behandeln verschiedene europäische Regionen von der Frühen Neuzeit bis ins beginnende 20. Jahrhundert. In den einzelnen Beiträgen geht es einerseits um eine bestimmte Gruppe von Menschen, die häufig Grenzen überschritten, andererseits um Sachgüter, Tiere oder epidemische Krankheiten.
Die Überwachung der Grenzen befand sich stets im Spannungsfeld zwischen theoretisch umfassenden legislativen Bestimmungen und praktischen Beschränkungen bei deren Umsetzung. Personen, welche Grenzen verletzten, andere, deren Aufgabe die Kontrolle der Grenzen war, und wieder andere, die in der einen oder anderen Richtung kollaborierten, sind - in oft krassem Gegensatz zu den Intentionen der Gesetzgebung - nicht immer klar voneinander zu trennen, wie die Herausgeberinnen Francesca Brunet und Siglinde Clementi pointiert festhalten.
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